Historisches Archiv des Zentrums für Politische Schönheit. Hintergrundrecherchen der Aktionen.
Projekt Aestus des Zentrums für Politische Schönheit. Neue Aktion 2025.

Projekt Aestus

Der historische Ernstfall ist da: In Deutschland ist eine rechtsextreme Organisation wieder die stärkste Partei. Dass in der Demokratie Millionen Menschen Faschismus wählen, ist dabei nicht neu. Faschismus ist nicht nur widerlich. Faschismus ist: politische Energie – eine Schwerkraft. Nicht die Deklassierten und Abgehängten wählten NSDAP, sondern die Begeisterten. Die Nationalsozialisten wurden in freien Wahlen stärkste Partei.

Das neue Buch von Philipp Ruch: Der Rückfall - Der rätselhafte Triumph der NSDAP am 14. September 1930. Wie eine Demokratie in nur einer Wahlnacht sterben kann.

Erste Ergebnisse: Der Rückfall

14. September 1930 – ein Teil der Deutschen ist entsetzt, doch der andere jubelt: In nur zwei Jahren hat die NSDAP ihre Wahlergebnisse mehr als verachtfacht und ist jetzt zweitstärkste Kraft im Parlament. Wie konnte das passieren? Alle bekannten Antworten bieten bislang keine wirkliche Erklärung. Unser künstlerischer Leiter steigt tief in die Forschung zu Hitlers erstem Triumph ein und zeigt, wie der Nationalsozialismus den Sprung von unwählbar zur Massenpartei gelingen konnte. Warum verführte die NSDAP plötzlich so viele Menschen?

Historisches Archiv des Zentrums für Politische Schönheit. Hintergrundrecherchen der Aktionen.

Unser Forschungsprojekt

Wie verhielt sich die NSDAP unter demokratischen Bedingungen? Wie konnte eine rechtsextreme Partei derart erfolgreich werden? Am 14.9.1930 gibt es etwas vollkommen Übersehenes.
Wir erforschen seit drei Jahren das Wesen und die Grundlagen des Aufstiegs der NSDAP von 1928 bis 1930. Dafür haben wir wesentliche Quellen (Völkischer Beobachter, Der Angriff, Illustrierter Beobachter) aus den Jahren 1927-1932 digital erfasst. Wenn Sie Zugang zu unseren Beständen oder zu unserem Forschungsnetzwerk haben möchten, schreiben Sie uns. Methodisch fußt das Projekt auf zwei Grundprinzipien: die Wahrnehmung der Zeitgenossen stärker zu berücksichtigen und den Zeitraum bis 1930 vom darauffolgenden Ereignisverlauf abzukoppeln. Erste Erkenntnisse liegen seit August 2026 mit dem Buch »Der Rückfall« (Verlagsseite) vor.

Woher kommen die Wählerinnen und Wähler?

Hier die Darstellung der Wählerwanderung zur NSDAP am 14. September 1930 (im Vergleich zur letzten Reichstagswahl, Mai 1928). Darstellung in: Der Rückfall, 2026.

Wähler:innenverteilung 1930
Aufstieg der NSDAP in Sachsen 1928-1930

Trotz fehlender Meinungsumfragen lässt sich der Aufstieg der NSDAP bis September 1930 anhand der häufigen Wahlen in Sachsen rekonstruieren – der Freistaat trifft 1930 den Reichsdurchschnitt genau und verfehlt ihn 1928 um wenige Promille. Darstellung in: Der Rückfall, 2026.

Mitgliedsdichte der NSDAP

Dass die Mitgliedsdichte der NSDAP wenig mit den erreichten Wahlziffern zu tun hat, zeigt diese Karte, die die Ergebnisse der einzelnen Wahlkreise aufschlüsselt. Blau umrahmt sind die Top 10 der Gaue, in denen die Nationalsozialisten über die meisten Mitglieder verfügen. Darstellung in: Der Rückfall, 2026.

In Deutschland und weltweit ist der Extremismus auf dem Vormarsch. Ratlosigkeit und Verzweiflung herrschen. Das »Nie wieder« der letzten 80 Jahren ist zertrümmert. Die Versuche, die nächste Generation gegen die Versuchungen des Rechtsextremismus zu wappnen, erweisen sich als wirkungslos. Gegen die Verzweiflung kommen im GORKI Historiker:innen zusammen, um zu debattieren, welchen Rat uns die Geschichte geben kann. Was funktioniert gegen Rechtsextremismus? Wie kann die Geschichte als eine Quelle der Zivilisation gegen den zivilisatorischen Zusammenbruch und für die wehrhafte Demokratie wirken.

Der nationale Geschichtsrat

Geschichte als Waffe gegen Extremismus

Warum gewann die NSDAP ab 1929 massenhaft Anhänger – und was trägt das zum Verständnis der Gegenwart bei? Haben wir die falschen Lehren aus dem Untergang der Weimarer Republik gezogen? Kann und sollte die Geschichte vielleicht sogar zur Verteidigung der liberalen Demokratie herangezogen werden? Statt ritualisierter Erinnerung brauchen wir: angewandte Geschichte. Es geht um historische Tiefenschärfe, die dabei hilft, den Rechtsextremismus in der Gegenwart zu bekämpfen.

Ein Sammelband, herausgegeben von Philipp Ruch und Thomas Weber. Mit Beiträgen von Yael Ben-Moshe, James D. Bindenagel, Peter Fritzsche, Beatrice de Graaf, Christian Kofoed Hansen, Steven E. Hanson, Benjamin Carter Hett, Hinnerk Höfling, Annelotte Janse, Jeffrey Kopstein, Carolin Lange, James McSpadden, Sabine von Mering, Mike Rothschild, Philipp Ruch, Torsten Sewing, Robin te Slaa, Niki Stein, Thomas Weber.

Buch: Wenn das gestern anklopft - Weimar und die Wiederkehr der Geschichte, Philipp Ruch / Thomas Weber (Hrsg.), Herder Verlag, 2025

Archiv des Zentrums für Politische Schönheit

Unsere Aktionen werden von umfangreichen historischen Recherchen zusammengehalten. Wir veröffentlichen an dieser Stelle relevante Funde, insbesondere aus Archiven, um sie zugänglicher zu machen:

SRP-Verbotsantrag (10.10.2024)
SRP-Verbotsantrag von 1951

Sitzung des Reichsausschusses (4.10.2024)
Dr. Wolfgang Stresemanns letzte Rede (30.09.1929)

Dokumente und Recherchen zu Helmuth Mylius (5.12.2019)
Biografische Abfolge mit Kommentar und Quellenverweisen
• Mylius' Entnazifizierungsakte (1948)
Mylius' Rentenakten

Wissenschaftliche Aufsätze mit Rechercheergebnissen
Die Wege der Asche (30.11.2019)

Erinnerung als Widerstand

Die letzten Nachrichten und Zeitzeugnisse von Opfern des Nationalsozialismus in einer einzigartigen Sammlung – gegen die Nacht.

Aktionskunst und radikaler Humanismus: Ein Brief aus der Sammlung An die Nachwelt