Historisches Archiv des Zentrums für Politische Schönheit. Hintergrundrecherchen der Aktionen.
Projekt Aestus des Zentrums für Politische Schönheit. Neue Aktion 2025.

Projekt Aestus

Der historische Ernstfall ist eingetreten: In Deutschland steigt eine rechtsextreme Organisation zur stärksten parlamentarischen Partei auf. Dass in einer Demokratie Millionen Menschen Faschismus wählen, ist nicht neu: Faschismus ist nicht nur widerlich. Faschismus ist: politische Energie. Schwerkraft. Nicht die Deklassierten und Abgehängten wählten die NSDAP, sondern die Begeisterten. Die Nationalsozialisten wurden in freien Wahlen stärkste Partei.

Das Forschungsprojekt

Wie verhielt sich die NSDAP unter den Bedingungen der Demokratie? Wie halten wir ihr Feuer unter Kontrolle? Wer den Erfolg der NSDAP verstehen will, muss zurückreisen: an den Sonntag, 14. September 1930. Es gibt dort etwas vollkommen Übersehenes.
Das Zentrum für Politische Schönheit erforscht das Wesen und die Grundlagen der NSDAP. Dafür haben wir wesentliche Quellen (vom Völkischen Beobachter bis zu Der Angriff) aus den Jahren 1927-1932 digital erschlossen und ausgewertet. Wenn Sie Zugang zu unseren Materialien oder zum Forschungsnetzwerk haben möchten, schreiben Sie uns. Methodisch fußt das Projekt auf zwei Prinzipien: die Wahrnehmung der Zeitgenossen stärker einzubeziehen und den Zeitraum bis 1930 isoliert zu betrachten. Erste Erkenntnisse werden im September 2026 als Buch vorgelegt.

In Deutschland und der ganzen Welt ist der Extremismus auf dem Vormarsch. Ratlosigkeit herrscht, vielleicht sogar Verzweiflung. Das »Nie wieder« der letzten 80 Jahren liegt in Scherben. Versuche, neue Generationen gegen die Versuchungen des Rechtsextremismus zu impfen, erweisen sich als wirkungslos. Gegen die Verzweiflung kommen im Gorki Historiker:innen zusammen, um zu diskutieren, welchen Rat uns die Geschichte geben kann. Was funktioniert gegen Extremismus? Wie kann die Geschichte als Quelle der Zivilisation gegen den Zusammenbruch wirken – für die wehrhafte Demokratie.

Der nationale Geschichtsrat

Geschichte als Waffe gegen Extremismus

Warum gewann die NSDAP ab 1929 plötzlich so massenhaft Anhänger – und was trägt das zur Gegenwart bei? Haben wir die falschen Lehren aus dem Untergang der Weimarer Republik gezogen? Könnte die Geschichte zur Verteidigung der liberalen Demokratie herangezogen werden? Statt ritualisierter Erinnerung braucht es angewandte Geschichte: Erkenntnisse, die helfen, den Rechtsextremismus unserer Zeit zu bekämpfen.

Herausgegeben von Philipp Ruch und Thomas Weber. Mit Beiträgen von Yael Ben-Moshe, James D. Bindenagel, Peter Fritzsche, Beatrice de Graaf, Christian Kofoed Hansen, Steven E. Hanson, Benjamin Carter Hett, Hinnerk Höfling, Annelotte Janse, Jeffrey Kopstein, Carolin Lange, James McSpadden, Sabine von Mering, Mike Rothschild, Philipp Ruch, Torsten Sewing, Robin te Slaa, Niki Stein, Thomas Weber.

Buch: Wenn das gestern anklopft - Weimar und die Wiederkehr der Geschichte, Philipp Ruch / Thomas Weber (Hrsg.), Herder Verlag, 2025

Historisches Archiv des Zentrums für Politische Schönheit

Die Aktionen werden jeweils durch umfangreiche Recherchen vorbereitet. Wir veröffentlichen an dieser Stelle laufend für die Öffentlichkeit relevante Funde, insbesondere aus Archiven, die bislang nicht öffentlich zugänglich sind.

SRP-Verbotsantrag (10. Oktober 2024)
SRP-Verbotsantrag von 1951

Sitzung des Reichsausschusses (4. Oktober 2024)
Dr. Wolfgang Stresemanns letzte Rede (30.09.1929)

Dokumente und Recherchen zu Helmuth Mylius (5. Dezember 2019)
Biografische Abfolge mit Kommentar und Quellenverweisen
• Mylius' Entnazifizierungsakte von 1948
Mylius' Rentenakten

Wissenschaftliche Aufsätze zu Recherchen
Die Wege der Asche (30.11.2019)

Erinnerung als Widerstand

Die letzten Nachrichten und Zeitzeugnisse von Opfern des Nationalsozialismus in einer einzigartigen Sammlung – gegen die Nacht.

Aktionskunst und radikaler Humanismus: Ein Brief aus der Sammlung An die Nachwelt