how to create your own website for free

Flüchtlinge fressen

Zur Feier des großen EU-Türkei-Deals haben wir eine Arena mitten in Berlin errichtet: mit vier libyschen Tigern. Wir suchten Flüchtlinge, die bereit sind, sich wegen des Beförderungsverbots für Flüchtlinge (§ 63 Abs. 3 AufenthG) fressen zu lassen. Ein hyperreales Rom. Eine tödliche Falle. Und ein Denkmal für unsere Zeit – mitten in der Hauptstadt des Europäischen Reichs.

"Subversion mit wechselnden Identitäten – allerdings nicht zu terroristischen Zwecken, sondern um die Gesellschaft mit deren universalistischen Lippenbekenntnissen beim Wort zu nehmen. Bei der jüngsten Aktion „Flüchtlinge fressen“ etwa wurde die fortdauernde Flüchtlingstragödie im Mittelmeer als Zirkusspiel inszeniert, an dem sich die tatenlos bleibenden Wohlmeinenden ergötzen."

FAZ

"Das Eigentliche ist in den Gegenfragen zu suchen, die auf die vermeintlichen Provokationen notwendigerweise folgen müssen: Darf man Geflüchtete Tigern zum Fraß vorwerfen? Sicher nicht. Aber warum darf man sie im Mittelmeer verrecken lassen?"

Tagesspiegel

Das Bild eines starken Europas: An den Rändern des Kontinents liegen Menschen wie von wilden Bestien gerissen. Die Europäer glauben, dass ein böser Meeresgott über das Schicksal dieser Menschen entscheidet. Dabei sind sie es selbst. Wenn ihre Regierungen offen die „Reduzierung von Flüchtlingsströmen“ versprechen, wird die Abwehr Schutzloser noch tödlicher. Früher wurden Abkommen mit Libyen nur von Hardlinern ausgehandelt und es gab keinen Bürgerkrieg. Heute gibt es Bürgerkrieg und die EU handelt die Abkommen mit vereinten Kräften aus.

"Noch zynischer als die Inszenierung scheint aber die Realität der Reaktionen: Die meisten kommen von besorgten Bürgern, die um die artgerechte Haltung der Tiger bangen."

BR

Die Arena

Die gladiatorische Interpretation Europas: Die Arena ist der Bautypus einer verdichteten tödlichen Falle. Hier werden vor großem Publikum Schicksale generiert - Niederlagen und Siege. Spektakel machen den ideologischen Kern einer Gesellschaft, etwa Flüchtlinge im Namen der Sicherung der EU-Außengrenzen sterben zu lassen, sichtbar. In den Pausen der Abschreckungspolitik wird die Arena gesäubert und frischer Sand gestreut.

Schleuse

Durch die Schleuse der römischen Göttin des Todes gelangen die Plünderer Europas auf allen Vieren in die Arena.

Fahnen

Über dem Denkmal flattert der ursprüngliche Schlachtruf der französischen Revolution im Wind. Der Nachsatz wurde erst später gestrichen.

§ 63 Abs. 3 AufenthG

Das Beförderungsverbot für Flüchtlinge prangt als Grundsatzartikel am Denkmal. Wenn sich Tiger nähern, kommt es zur Konstellation Naturrecht vor Naturrecht.

Vorbilder

Der Mönch Telemachus springt, ganz in weiß gekleidet, in die Arena, um die Spiele zu stoppen. Emily Davison setzt zu Beginn des 20. Jahrhunderts ihren Körper im Kampf um die Gleichheit auf: Sie wirft sich vor das Pferd des Königs und stirbt.

damnatio ad bestias

Das römische Strafrecht kannte für Sklaven, Kriegsverbrecher und Staatsfeinde die Verurteilung zu den wilden Tieren. Diese Strafen wurden vor den eigentlichen Gladiatorenkämpfen exekutiert.

"Nicht das ZPS speist den Zynismus in die Mitte der bürgerliche Gesellschaft ein. Es macht die Normalisierung der Menschenverachtung sichtbar, leider ohne zu übertreiben. Niemand in diesem brutalen realpolitischen Spiel um geschlossene Grenzen ist noch ein verlässlicher Partner. Wie auch? Wenn Menschen vor laufender Kamera und ganz legal das Recht auf Leben entzogen wird, ohne dass die Gesellschaft Kopf steht, dann hat die obszön leuchtende Menschenverachtung den Alltag der Mehrheitsgesellschaft gekapert. Längst haben wir uns zum Teil des brutalen Spektakels machen lassen."

taz

Eine der Siedlerinnen, die alles verloren hat – nicht wegen des Krieges in ihrer Heimat, sondern wegen der Mauern um Europa. Sie ist wie zwölf andere Flüchtlinge bereit, in die Arena zu steigen, um das große Unrecht zu stoppen. Sie will sich fressen lassen und wendet sich in einer dramatischen Rede an die deutsche Öffentlichkeit. Ihre Tat kann alles verändern, den Ruf des Reiches als Garant der Menschenrechte zerstören – oder ihn retten. Ave imperium europaeum, morituri te salutant.

"Die neueste Aktion produziert schon, bevor sie startet, Gegenreaktionen. Sie ist wie alle Aktionen des Zentrums für politische Schönheit eine, die uns einen Spiegel vorhält. Einen, in dem wir uns nicht wiedererkennen mögen."

Berliner Zeitung

Die Joachim 1

Der Sommer des Sterbens brach auch 2016 aus. Und Kontinentaleuropa schaute zu. Hunderttausende wagten sich erneut in die Arena des Mittelmeers, um Freiheit oder Tod zu finden. Tausende Menschen wurden unter den Augen der europäischen Öffentlichkeit von den Fluten gerissen. Wir können das wissen. Wie im alten Kolosseum von Rom gilt auch in der Arena des Mittelmeeres: wer das Spiel auf Leben und Tod überlebt, gewinnt seine Freiheit.

Die Streichung eines einzigen Gesetzesartikels (§ 63 Abs. 3 AufenthG) könnte das Massensterben auf dem Mittelmeer beenden. Um die Rechtslage zu klären, wurden über 100 Flüchtlinge ausgewählt, um als Passagiere der "Flugbereitschaft der deutschen Zivilgesellschaft" aus der Türkei zu ihren Liebsten nach Deutschland zu fliegen. Die "Joachim 1" sollte als erste Maschine Flüchtlinge per Direktflug nach Deutschland bringen und den Schleppern das Handwerk legen.

Ein Flugzeug wurde gechartert, die Behörden informiert und Personendaten der Passagiere an Kanzleramt, Auswärtiges Amt, Innenministerium und BAMF übermittelt. 16 Stunden vor Abflug kündigte die Airline "aus Gründen der möglichen Beeintrachtigung der öffentlichen Sicherheit" Deutschlands den Vertrag auf direkten Eingriff des BMI, der Bundespolizei und des Auswärtigen Amtes, wie die Regierung in der Bundespressekonferenz zugeben musste.

"Die Zuschauer rücken bei dieser Inszenierung in eine unschöne Position: Egal, ob sie sich passiv verhalten, und damit weiter mitschuldig machen am großen Sterben im Mittelmeer, oder ob sie aktiv für den Flug spenden und dann auswählen müssen, welcher Flüchtling an Bord darf – eine salonhafte Komfortzone im Kulturbetrieb hat das ZPS nicht zu bieten."

Stern Online

Leben und Sterben

1. Der deutsche Imperator – die Bundesregierung – gibt seine Entscheidung bekannt, ob die Flüchtlinge leben oder sterben werden. Eine ergänzende Stellungnahme dazu findet sich in Plenarprotokoll 18/178.

2. Der römische Senat (Bundestag) bekennt sich dazu, dass Flüchtlinge in der Mittelmeer-Arena weiterertrinken sollen. Die Liste der Abgeordneten, die erneut für Deutschlands tödlichstes Gesetz stimmten, findet sich unten.

3. Der Sprecher des Bundesinnenministeriums gibt in der Bundespressekonferenz offen zu, dass sein Haus die Bundespolizei bei der Airline vorgeschickt hat. Die beteiligte Fluggesellschaft entschied aufgrund derartiger "Kontakte", unter keinen Umständen im Interesse der Menschheit in die Türkei zu fliegen.

Welche Bundestagsabgeordneten bekennen sich zum Massensterben im Mittelmeer?

CDU/CSU

1. Max Straubinger
2. Thorsten Frei
3. Barbara Woltmann
4. Große-Brömmer
5. Michaela Noll
6. Ansgar Heveling
7. Florian Hahn
8. Alexander Hoffmann
9. Ingo Gädechens
10. Wilfried Lorenz
11. Jürgen Hardt
12. Gerda Hasselfeldt
13. Michael Stübgen
14. Prof. Dr. Heribert Hirte
15. Hubert Hüppe
16. Michael Vietz
17. Hartmut Koschyk
18. Dr. Klaus-Peter Schulze
19. Matern von Marschall
20. Bernhard Kaster
21. Ursula Groden-Kranich
22. Michael Frieser
23. Armin Schuster


SPD

1. Katja Mast
2. Birgit Malecha-Nissen
3. Andrea Wicklein
4. Heidtrud Henn
5. Bärbel Bas
6. Michael Groß
7. Dr. Karl-Heinz Brunner
8. Wolfgang Gunkel
9. Lars Castellucci
10. Burkhard Lischka
11. Christine Lambrecht

"Was ist fragwürdiger? Der Protest? Oder der Umgang mit Flüchtlingen?"

Mely Kiyak

Frontal 21 (ZDF) über die Aktion und ihre Hintergründe.

"Was empört ihr euch so über die Vorstellung, Freiwillige würden sich in der Mitte Berlins von Tigern fressen lassen, während ihr auf die Tausenden Toten, die auf der Flucht über das Mittelmeer unfreiwillig ertrinken, mit den Verarbeitungsroutinen geübter Nachrichtenkonsumenten reagiert? [...] Man hat 'Flüchtlinge fressen' oft Zynismus vorgeworfen. Große Worte, gleichsam als Planen wirft man sie über Probleme, die man nicht so genau betrachten will. Die Aktion: ein Appell an Empathie und Imagination."

Süddeutsche Zeitung

Die Passagiere der Joachim1

"Diese Aktion ist keine Kunst, sie will nicht gefallen und ist nicht gefällig. Es ist bester Agit-Prop des 21. Jahrhunderts. Grausame Phantasie gegen grausame Realität."

Berliner Zeitung

Warum kommen Flüchtlinge nicht mit dem Flugzeug?

Es durchzieht als Grundfrage die gesamte Aktion: Es liegt nicht am Geld oder Willen, dass Flüchtlinge nicht fliegen können. Es liegt an einem Gesetz. Ein Gesetz sorgt dafür, dass Menschen der Natur zum Fraß vorgeworfen werden. Fähren, die vom türkischen Festland auf Lesbos übersetzen, kosten weniger als 10, ein Flugzeug aus der Türkei keine 100 Euro. Schlepper verlangen für dieselben Routen 2.000 Euro und mehr. Verantwortlich ist die EU-Richtlinie (2001/51/EG), die den neuen Gesellschaftsvertrag der EU verkörpert und den Tod von Hunderttausenden Menschen besiegelt.

Das "Making of" der Richtlinie

Hier finden Sie die Chronologie, wie es innerhalb der Europäischen Union am 28.6.2001 ohne jede Not zum Beförderungsverbot für Flüchtlinge kam. Im PDF-Format haben wir die unterschiedlichen Entwürfe aufbereitet. Zuletzt die nicht unwichtige Anwesenheitsliste bei der Verabschiedung.


7.7.2000  Übermittlung des Entwurfs der Richtlinie 2001/51/EG von der Französischen Republik an Rat und Parlament (PDF)

31.7.2000  Revidierte Fassung des Entwurfs vom 7.7.2000 (PDF)

31.8.2000 (= 5.9.2000)  Begründung der revidierten Fassung (PDF)

12.9.2000  Konsultierte der Rat das Europäische Parlament gemäß Artikel 67 des EG-Vertrags zu der Initiative der Französischen Republik im Hinblick auf die Annahme einer Richtlinie des Rates über die Harmonisierung der Geldbußen und Geldstrafen für Beförderungsunternehmen, die Staatsangehörige dritter Länder ohne für die Einreise erforderlichen Dokumente in das Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten verbringen. (CNS: 10701/ 2000 –— 2000/ 0822)

20.9.2000  Amtsblatt Nr. C 269 (PDF)

2.10.2000  Die Präsidentin des Europäischen Parlaments gab in dieser Sitzung bekannt, dass sie diese Initiative an den Ausschuss für die Freiheiten und Rechte der Bürger, Justiz und innere Angelegenheiten als federführenden Ausschuss überwiesen hat.

10.-12.10.2000  Mr. Kirkhope (EPP) wird als Berichterstatter ernannt (S.3.). (PDF)

22.-23.11.2000  Protokoll (PDF)

29.11.2000 (= 30.11.2000)  Protokoll | Diskurs über den Entwurf des Rates vom 20.9.2000 (PDF)

11.1.2001  Konsultierte der Rat das Parlament gemäß Artikel 67 des EG-Vertrags zu der Initiative der Französischen Republik im Hinblick auf die Annahme einer Richtlinie des Rates über die Harmonisierung der Geldbußen und Geldstrafen für Beförderungsunternehmen, die Staatsangehörige dritter Länder ohne für die Einreise erforderlichen Dokumente in das Hoheitsgebiet der Mitgliedstaaten verbringen (14074/2000 ––— 2000/0822 (CNS)). Der neue Text dieses Richtlinienentwurfs entspricht dem letzten Stand der Arbeiten im Rat und ersetzt daher den ersten Text des Rates.

16.1.2001  1. Prüfung und Kommentierung über die Änderungen des Richtlinientextes am 29.11.2000.
Die Prüfung des Textes wird in Erwartung zusätzlicher Informationen der schwedischen Präsidentschaft sowohl über den Stand der Aussprachen im Rat als auch über die aktuelle Umsetzung des Artikel 26 des Schengener Abkommens auf eine Sitzung vertagt.
2. Änderungsvorschläge werden bis zum 8.01.2001 entgegengenommen; der Rat hat die französische Initiative am 31.7.2000 vorgestellt.
[..] the EP is now being reconsulted; and consequently the adoption of Mr. Kirkhope’s draft report has had to be postponed. […] main changes introduced in the initial text presented last September by the French Presidency on which Mr. Kirkhope’s draft report was based.
[Deadline für Änderungen ist der 25.1.2001 um 18:00h]. (Protokoll PDF) (Chairmans Note PDF)

5.2.-6.2.2001  Frist für die Änderungsanträge ist nun der 14.2.2001 um 12:00h. (PDF)

27.2.2001  Bericht des Ausschusses für die Freiheiten und Rechte der Bürger, Justiz und innere CHRONOLOGIE 2001/51/EG Angelegenheiten (= LIBE). | Der Ausschuss prüfte die Initiative der Französischen Republik und den Berichtentwurf in seinen Sitzungen vom 22./23.11.2000; 16.1., 5-6.2. und 26-27.2.2001. In der letztgenannten Sitzung nahm der Ausschuss den Entwurf einer legislativen Entschließung mit 16 Stimmen bei 15 Gegenstimmen an. [Anwesenheitsliste im Dokument] (PDF)

13.3.2001  Verfahren der Konsultation wird aufgeführt. [Anwesenheitslisten].(Abstimmung_1 PDF) (Abstimmung_2 PDF) (Abstimmung_3 PDF) (Stellungnahme EUP PDF) (Aussprache PDF)

28.-29.5.2001  2350. Tagung des Rates: Justiz, Inneres und Katastrophenschutz (PDF)

11.6.2001  Richtlinie des Rates zur Ergänzung der Regelungen nach Artikel 26 des Übereinkommens zur Durchführung des Übereinkommens von Schengen vom 14. Juni 1985 (PDF)

19.6.2001 (= 20.6.2001)  2. „Im Hinblick auf die Anwendung dieser Richtlinie kommt der Rat überein, dass die Verwendung einer groben Fälschung oder eine offensichtliche missbräuchliche Verwendung eines Dokuments dem Fehlen eines Reisedokuments gleichgestellt ist. Jeder Mitgliedstaat legt entsprechend, der von ihm verfolgten Praxis fest, inwiefern Verfälschungen oder die missbräuchliche Verwendung von Reisedokumenten erkennbar sind.“ (Korrigendum 19.6.2001_1 PDF) (Korrigendum 19.2.2001_2 PDF)

27.-28.6.2001  2364. Tagung des Rates: Verkehr / Telekommunikation (PDF)

28.6.2001  Richtlinie 2001/51/EG (PDF)

23.7.2001  „Der Rat hat die vorgenannte Richtlinie angenommen (Rechtsgrundlage: Artikel 61 Buchstabe a und Artikel 63 Absatz Buchstabe b des Vertrags zur Gründung der Europäischen Gemeinschaften). (PDF)


Anwesenheitslisten

28.-29.5.2001  2350. Tagung des Rates: Justiz, Inneres und Katastrophenschutz (PDF)

27.-28.6.2001  2364. Tagung des Rates: Verkehr / Telekommunikation Richtlinie 2001/51/EG (PDF)

"Letztlich gibt es nur einen Grund dafür, dass wir die Flüchtlinge in Flugzeuge steigen lassen müssen: Wir würden ebenfalls in ein Flugzeug steigen wollen, wenn wir in ihrer Situation wären. Zynismus, also Menschenverachtung, beginnt dort, wo wir anderen nicht zugestehen, was wir für uns selbst in Anspruch nehmen."

tell

Klage gegen die Bundesregierung

Im Namen von 23 Flüchtlingen, denen bei der Aktion die Einreise per Flugzeug verweigert wurde, haben wir am 19.10.2016 Klage gegen die Bundesregierung eingereicht. Gegenstand ist die direkte, rechtswidrige Einmischung des Bundesministeriums des Innern in die Aktion und die Verfassungswidrigkeit von § 63 des Aufenthaltsgesetzes, sowie des EU-Türkei-Paktes. Auszug: "Die Bundesregierung unterließ die Prüfung humanitärer Gründe und wähnte sich ausschließlich in einem Konflikt mit dem Zentrum für Politische Schönheit, dem ein genereller Angriff auf die Bundesregierung und geltende Normen unterstellt wurde."

Im konkreten Fall war die Ablehnung schon deshalb rechtswidrig, weil das Aufenthaltsgesetz konkret zur Verhinderung der Einreise von dokumentierten, asylsuchenden Kriegsflüchtlingen missbraucht wurde. Der EU-Türkei-Pakt wiederum bricht mit dem Grundsatz des Zurückweisungsverbots aus der Genfer Flüchtlingskonvention (Non-Refoulement).

4 Tiger schützen die Insel des Glücks und reinszenieren die historische Schlacht des Europäischen Reichs gegen die Flüchtlinge.

"Der Tigerkäfig produzierte nicht nur medienwirksame Bilder. Er erinnerte außerdem daran, dass das europäische Verständnis von Menschlichkeit schwer angeschlagen und eigentlich nur noch für die aufrechtzuerhalten ist, die in der Flüchtlingskrise fest die Augen zudrücken. Immerhin: Für einen – viel zu kurzen – Moment rückte die gesetzlich legitimierte Unmenschlichkeit der europäischen Flüchtlingspolitik in den Fokus der Öffentlichkeit."

Der Freitag

Jetzt Komplizin werden!

Sorgen Sie für Stress. Unterstützen Sie uns jetzt! Als Komplizin leisten Sie einen unschätzbaren Beitrag zur Erregung öffentlicher Unruhe – für einen aggressiven Humanismus. Werden Sie jetzt konkret und machen grenzüberschreitende Eskalation möglich. Sie erhalten nirgendwo so viel Aufruhr und Dissens für jeden gespendeten Euro wie bei uns.

Das Bundesinnenminsterium klärt auf

Das Bundesinnenministerium hat in Ägypten, Marokko, Tunesien, Pakistan und Afghanistan eine Aufklärungskampagne zu den robusten Sanktionen gegen den Versuch der rechtswidrigen Einreise in die Europäische Union gestartet. Mehr gibt es auf der hauseigenen Webseite.

"Hier sollten wir töten, um zu zeigen, dass ihr wie Tiere handelt. Aber ihr handelt nicht wie Tiere. Ihr habt euch von uns entfernt. Ihr habt euch von euch entfernt. Wir sind die traurigen Darsteller eures Untergangs. Der ist zu real, um gespielt zu werden."

Brief der Tiger an die Menschheit (Video)

Debatten

Im Salon gaben sich an 13 Abenden Dichter, Denker, Philosophen, Dramaturgen und Intellektuelle die Ehre. U.a. Nils Minkmar, Joseph Vogl, Thomas Fischer, Mely Kiyak, Jakob Augstein, Matthias Lilienthal, Carl Hegemann, Klaus Staeck, Katrin Göring-Eckhardt, Bernd Ulrich, Dietmar Bartsch und viele andere mehr. Da die filmische Aufbereitung noch dauern wird, stellen wir hier zunächst die Tonmitschnitte online.

Matthias Lilienthal, Nils Minkmar & Mely Kiyak

Prof. Joseph Vogl und Prof. Michael Diers

Carl Hegemann & Sascha Marianna Salzmann

Jakob Augstein, Elisabeth Raether & Albrecht von Lucke

Prof. Thomas Fischer

Bernd Ulrich, Samira El Ouassil & Dietmar Bartsch

Katrin Göring-Eckhardt

Philipp Lengsfeld, Maximilian Popp & Aiman Mazyek

Klaus Staeck & Sevim Dagdelen

Ines Kappert, Caterina Lobenstein & Anke Domscheidt-Berg

  • "Ein Angriff auf unser Selbstbild: Wenn jetzt das Zentrum für Politische Schönheit uns auffordert, darüber zu bestimmen, wer hineinkommt und wer nicht, dann wird, was die Volksvertreter privaten Unternehmen übertragen haben, an das Volk rückübertragen. Ob das eine glückliche Lösung ist? Es erhellt die Lage, in der wir uns befinden. Und wenn wir erst ein paar tausend Gesichter und Kurzbiografien vorliegen haben und dann bei den einen Daumen hoch sagen und bei den anderen Daumen runter, dann werden wir begreifen, dass wir das Spiel der römischen Imperatoren spielen. Dann begreifen wir auch, dass die europäischen Regierungen dieses Spiel schon seit Jahren stündlich aufführen."

    Frankfurter Rundschau
  •  "All das schlichtweg großes Theater. Das ist‘s was Theater kann: Theater kann Versatzstücke aus der Wirklichkeit nehmen und mit ihnen spielen – auf drastische Weise. Ist das zynisch? Flüchtlinge den Tigern zum Fraß vorsetzen zu wollen? Naja, es ist vielleicht zynisch, es bleibt aber – davon können wir wohl ausgehen – ein symbolischer Akt und der ist so gut gewählt, dass sofort alle die Ohren spitzen."
    rbb
  • "Entscheidend war aber an diesem Mittag im Theater etwas anderes. May Skaf unternahm keinen Versuch, die Theatralität ihres Auftritts zu verhehlen. Sie sprach mit zitternder, manchmal fast schluchzender Stimme. 'Mit Gesetzen zutöten ist das Werk von Feiglingen', rief sie, und am Ende: 'Es ist nicht mehr mein Spiel. Es ist ihres. Ihnen bleiben acht Tage.'

    Gerade indem die Schauspielerin die Unterscheidung von Fiktion und Wirklichkeit betonte, gelang ihr etwas Eigentümliches. Die Kunst relativierte sich selbst, ohne einen Zweifel daran zu lassen, dass die grausame Realität, auf die sie mit erpresserischen Mitteln den Blick gelenkt hatte, weiter bestehen bleibt."

    FAZ
  • „Wer sich Kampagnen wie ‚Flüchtlinge fressen‘ ausdenkt, der hat sich von der Verrohung der Flüchtlingspolitik anstecken lassen!"

    Christian Jakob · taz
  • "Mit der Tiger-Arena wollen sie an Gladiatorenkämpfe im alten Rom erinnern und an ein Europa der Barbarei. Bis zum derzeitigen Punkt ist die großangelegte und aufwendige Kunstaktion eine mit großer Ernsthaftigkeit durchgeführte Inszenierung. Jeden Abend finden in diesen Tagen Salons statt, sowohl der Berliner Kulturbetrieb als auch Politiker der Oppositionsparteien nehmen daran teil. Die Diskussion ist entfacht."
    Spiegel Online
  • "Das, wovon die Story erzählt ist natürlich real. Die Story erzählt von Menschen, die im Meer ertrinken, weil sie keine sicheren Verkehrsmittel benutzen dürfen. Nun kommt das ZPS und erklärt sich für nicht einverstanden. Keine 2 Tage später twittert der Innenminister. Die BILD lässt Behördenleiter vom Grünflächenamt verrücktes Zeug erzählen. Und am Donnerstag wird im Bundestag § 63 diskutiert. Ja, es ist Kunst. Kunst, die uns erzählt, wo das eigentliche Theater stattfindet. "
    Mely Kiyak
  • "Das ZPS wirft einen Stein ins Wasser – und niemand kann vorhersagen, welche Wellen er schlägt. Durch das Prinzip des 'aggressiven Humanismus', wie ZPS-Chefdenker Philipp Ruch seine Grundhaltung bezeichnet, wird eine inhumane Politik gezwungen, ihr wahres Gesicht zu zeigen. Und alle Beteiligten genötigt, in ihren Rollen sichtbar zu werden – als Dulder, Wegseher, Mittäter."

    Silke Müller, Stern
  • "So wie sich die Passanten vor der Manege im dekadenten römischen Zirkuspublikum wiedererkennen sollen, werden Journalisten, die das einzige Publikum darstellen, dazu genötigt, über ihre eigene Rolle nachzudenken. Instinktiv mögen sie sich dagegen wehren. Doch am Ende bleibt der Blick wider Willen dort hängen, wohin er gezwungen wurde: an der ausweglosen Situation vieler Flüchtlinge und der widersprüchlichen Haltung der europäischen Staaten. Das hinzukriegen ist keine kleine Leistung inmitten einer Öffentlichkeit, die sich seit Monaten mit der 'Flüchtlingskrise' beschäftigt und dabei in Gefahr ist, für das Nächstliegende blind zu werden."

    FAZ
  • "Man kann das natürlich platt finden. Aber fakt ist, dass die Plattheit der Reaktionen diejenige der künstlerischen Konzepte bis dato leider noch immer um ein paar sehr erhellende Grade überstiegen hat. Auch angesichts des Tigerkäfigs dauerte es keinen Tag, bis besorgte Bürger, Institutionen und Medien sich – quasi hundertprozentig nach impliziter ZPS-Storyline – eher nach dem Tierschutz erkundigten als nach dem Schutz derer, die sich von den Tieren fressen lassen sollen."

    Christine Wahl, Der Tagesspiegel
  • "Die Arena vor dem Maxim Gorki Theater ist dabei nur die spektakuläre Kulisse des Projekts, das mit einem Image-Film im Netz beginnt, durch Online-Abstimmung dramaturgische Steigerung erfährt und seinen Höhepunkt in die Bundestagssitzung am 24. Juni verlegt. Ob es danach zur Katastrophe kommt (Stichwort Tiger) oder zur Katharsis (Stichwort Joachim 1, dazu gleich mehr) entscheidet sich dort. Kunst kann Horizonte öffnen, aber Asylpolitik bleibt ein Staatsstück. "Wir proben beides, Utopie und Dystopie", sagte André Leipold vom ZPS auf einer im Theater einberufenen "Bundeserpressungskonferenz"."
    DIE ZEIT
  • "Zu der mit dem Mitteln des Theaters vorgeführten sozialen Situation muss man sich verhalten. Daran kam in seinem überraschend klaren Statement auch das um schwammige Formulierungen selten verlegene Bundesinnenministerium nicht herum: »Es handelt sich um eine geschmacklose Inszenierung, die auf dem Rücken der Schutzbedürftigen ausgetragen werden soll.« Worte, die eine ebenso unfreiwillige wie bittere Komik bergen: Ließe sich nicht genau so auch diese Farce namens EU-Türkei-Pakt beschreiben, unter der so viele Hilfe suchende Menschen leiden?"

    neues deutschland
  • "Es liegt jetzt an uns: Verharren wir in der Abwehr oder lassen wir uns ein auf den Gedankenweg, auf den diese künstlerischen Aktivisten uns führen wollen. Sagen wir: Die Aktion ist zynisch! Oder sagen wir: Die Realität unserer Gesetze, die es keinem Flüchtlinge ermöglicht, ohne Aufenthaltsvisum in ein Flugzeug zu steigen, sondern sich auf den todbringenden Weg über das Mittelmeer zu begeben, diese Realität ist zynisch."

    Berliner Zeitung
  • "Einen Moment stellt man sich vor, wie sie alle kommen würden und gaffen, wenn es wirklich blutig würde. Vielleicht ergreift uns das Spektakel ja viel mehr, als das Schicksal der Flüchtlinge weit weg in Syrien es vermag. Aber vielleicht ist auch diese entlarvende Vorstellung Teil der Inszenierung. "

    Berliner Zeitung
  • ”Ich habe das als richtig empfunden, dass es in dieser blutigen Zeit das Theater nicht in den schönen Schein ausweicht, sondern versucht, Realität aufzugreifen.”

    Claus Peymann, Intendant des Berliner Ensembles
  • "Die verfassungsrechtlichen Bedenken spielen in der Rechtsprechung jedenfalls mittlerweile keine erkennbare Rolle mehr. Vielleicht trägt die Kunstaktion des ZPS dazu bei, diese notwendige Diskussion wiederzubeleben."

    Verfassungsblog
  • "Am Ende bleibt eine Show übrig, die zeigt: De Maizière will keine Syrer mehr kommen lassen, und es ist ihm scheißegal, was aus ihnen wird. (...) Nichts spricht dagegen, immer wieder an das Flüchtlingssterben zu erinnern, und für große Gesten ist Theater nun mal da."

    taz
  • "Hat das ZPS hier vielleicht doch, ultimative Künstler-Eitelkeit hin oder her, einen Nerv getroffen?"

    nachtkritik
  • "Diese Inszenierung lässt nicht zu, dass wir nach der Vorstellung zufrieden nach Hause gehen, weil uns die Präsentation ästhetisch so gut gefallen hat."

    tell
  • "Das Zentrum für politische Schönheit wagt mit seinen Aktionen einen Spagat zwischen Fiktion und Realität, zwischen Utopie und Realpolitik. Politische Aktionskunst wird dadurch zum gesellschaftlichen Korrektiv, das mit einem allzu höflichen Einsatz für die Menschenrechte brechen will."

    hpd.de
  • "Diese auf Dringlichkeit, Unmittelbarkeit und Kompromisslosigkeit abzielende Aktion entzaubert den Verdrängungskünstler im Menschen. Nach dem Blick auf diesen Tigerkäfig und mit den schnell einsetzenden Assoziationen, dass da Menschen zerfleischt werden könnten, ist ein Ausweichen nicht mehr möglich."

    Neues Deutschland
  • "Wer sagt, dass diese Kunstaktion zynisch oder brutal sei, der solle sich ernsthaft fragen, wieviel zynischer das von der Politik einkalkulierte Massensterben ist."

    Jetzt.de

Presse

Frankfurter Rundschau  Aktivisten fliegen Flüchtlinge nach Europa, Fraglos Theater

Spiegel Online  Mit Tigern gegen Gesetze, Protest nach Gladiatorenart

ZDF heute  Und zum Abendessen das Grundgesetz

Berliner Zeitung  Der Bezirk Mitte könnte auch wegschauen, Springen die Flüchtlinge wirklich in den Tigerkäfig?, Syrische Schauspielerin will sich von Tigern fressen lassen, Warum fliegen Flüchtlinge nicht mit dem Flugzeug?, Schönheit soll Tigerkäfig abbauen, Tiger-Arena wird nicht abgebaut, sondern vergrößert, Springen die Flüchtlinge wirklich in den Tigerkäfig?, Der Mordparagraf 63, die Tiger und die Flüchtlinge

Süddeutsche Zeitung  Sie sind nicht mehr da, Aktion "Flüchtlinge fressen" endet mit erhellender Enttäuschung

taz  Leider keine Übertreibung, Der Flieger bleibt unten, Dann kommt da ein Grill hin

Tagesspiegel  „Wir wollen den Menschen den Appetit verderben“, Reißzahn im Regierungsviertel, Gratwanderung zwischen Kunst und Aktivismus, Tigerkäfig muss abgebaut werden, Die Tiger sind immer noch da, Aktion "Flüchtlinge fressen" präsentiert Freiwillige, Mit Verstörung gegen die europäische Mauer

Stern  Flüchtlinge als Tiger-Futter

ZEIT  Menschenopfer mit Tiger, vorne rechts!

Neues Deutschland  Flüchtlinge Fressen, Politisierung von Kunst?, Flüchtlinge sind Europa zum Fraß vorgeworfen, Flüchtlinge Fressen - Provokante Kunstaktion, Wie schmecken Flüchtlinge?, Keine Toten bei »Flüchtlinge fressen«

tell  Wo beginnt Zynismus?

rbb|24  "Ich werde mich von Europa fressen lassen", Neue Aktion: "Wir suchen Flüchtlinge, die bereit sind, sich fressen zu lassen", Zwei Flüchtlinge wollen sich angeblich fressen lassen, Der Tigerkäfig bleibt stehen, "Das Flugzeug wird einfliegen - so oder so", "Jeder weiß, dass niemand gefressen wird", Bezirksamt entzieht Sondererlaubnis

rbb Kulturradio  "Füchtlinge fressen" - Aktion

Berliner Morgenpost  Was darf Kunst? Pro und Contra, Vor dem Gorki Theater sitzen immer noch die Tiger

B.Z.  Wird die umstrittene Künstler-Aktion heute abgebrochen?, Syrische Schauspielerin: „Darum würde ich mich von Tigern fressen lassen“, Air Berlin sagt Sonderflug zu "Flüchtlinge Fressen" ab, Kein Flüchtling zerfleischt – Provokante Kunstaktion unblutig beendet

Monopol Magazin  Innenministerium: "Flüchtlinge fressen" ist "zynisch", Unblutiges Ende der Kunstaktion "Flüchtlinge Fressen"

Die Welt  Künstler drohen, Flüchtlinge an Tiger zu verfüttern, Die Flüchtlinge sind ein gefundenes Fressen

n-tv  Künstler wollen 100 Syrer einfliegen lassen, Flüchtlinge werden nicht gefressen: Air Berlin kündigt den Vertrag

Deutschlandradio Kultur  Was steckt hinter der Aktion des Zentrums

ze.tt  Künstlerkollektiv will Geflüchtete Tigern zum Fraß vorwerfen

art-magazin  »Flüchtlinge Fressen«, Wer ist jetzt zynisch?, Tränen statt Blut

Deutsche Welle  Provokante Kunstaktion geht weiter

Kronenzeitung  Syrerin droht: "Lasse mich von Tigern fressen"

Die Achse des Guten  Das angekündigte Selbstmordattentat auf den Rechtsstaat, Das große Fressen: Berlin auf dem Weg in die spätrömische Dekadenz, Die Tiger-Nummer: Gibt es am Gorki-Theater intelligentes Leben?, Völkerschau 4.0 im Maxim-Gorki-Theater

Deutsche Welle  Kein "Flüchtlinge fressen" - Provokante Kunstaktion vor dem Aus?

3sat  "Europa zum Fraß vorwerfen" Streit um Aktion "Flüchtlinge Fressen" in Berlin, Kulturzeit Showdown einer Kunstaktion "Flüchtlinge Fressen" / Sonderflug abgesagt

Epoch Times  Syrerin droht: "Lasse mich von Tigern fressen" – Künstler fordern Änderung der Asylpolitik

jetzt.de  Ob Flüchtlinge in Zukunft mit dem Flugzeug kommen dürfen, entscheidet heute der Bundestag

Mely Kiyak  Theaterkolumne embedded

Die Presse  Flüchtlinge als Tigerfutter: Streit in Berlin

Der Standard  Tigergehege muss geräumt werden, "Das hat uns einen Spiegel vorgehalten"

FAZ  Doch kein „Flüchtlinge fressen“ in Berlin, Die Tiger drücken ihr Bedauern aus

WDR  Sonderflug zur Kunstaktion abgesagt, "Flüchtlinge Fressen" in Berlin zu Ende 

ORF  Flüchtlinge fressen

verfassungsblog.de  Flucht aus der Grundrechtsbindung: „Flüchtlinge fressen“ und das ausländerrechtliche Beförderungsverbot

Nachtkritik  Skandale ungewisser Größenordnung

artmagazine  Flucht vor der Flüchtlingskunst

Merkur  Verhasste, geliebte Technokratie



Radio

Deutschlandradio  Die Tiger warten, Michael Laages über die jüngste Aktion des Zentrums für Politische Schönheit

Inforadio  'Herzbewegend' - Peymann lobt 'Flüchtlinge Fressen‘

rbb  Oliver Soos vor dem Finale der Aktion, Oliver Soos über das Finale der Aktion

Bayern 2  Kulturwelt

WDR 5  Scala Gedanken zur Aktion Flüchtlinge Fressen

Radio Eins  Interview mit Cesy Leonard, Aktionsstart Flüchtlinge Fressen - Not und Spiele, Der Kommentar - Brigitte Fehrle

Deutschlandfunk  Kultur heute, Korso Gespräch mit Christiane Kühl über Flüchtlinge Fressen, Andrea Handels vom Showdown

Deutschlandradio Kultur  Die neue Aktion Flüchtlinge Fressen, Kompressor: Flüchtlinge zum Fressen gern haben

hr2 Kultur  Die Kultur Presseschau

Kulturradio am Morgen  Kunst oder politische Agitation



English

Deutsche Welle  Political art group sets up Roman-style arena for refugees to be devoured by tigers

Europe Online Magazine  Refugee airlift linked to man-eating tiger installation cancelled

The Wire  Why One Woman Plans to Walk Into a Cage of Tigers in the Middle of Berlin

NPR Berlin  Life In Berlin: The Center For Political Beauty Sharpens Its Teeth Once Again

Exberliner  Feeding on refugees: The Center for Political Beauty

SputnikNews  'Devour the Refugees': Hungry Tigers to Eat Live Migrants in Berlin Protest

wn.com  'Devour the Refugees': Hungry Tigers to Eat Live Migrants in Berlin Protest

newsonplace.com  'Devour the Refugees': Hungry Tigers to Eat Live Migrants in Berlin Protest

presstv.ir  Activists perform with tigers to protest EU refugee policy

DW.com  'Tigers eat refugees' performance ends without bloodshed



Arabisch

arabingermany.com  بسبب-اللجوء-في-ألمانيا-ممثلة-سورية-تقد

RT Arabic  ببالفيديو.. ممثلة سورية تعرض نفسها طعاما للنمور احتجاجا على ظروف اللاجئين

anapress  ععمل فني ضد سياسة استقبال اللاجئين بمشاركة فنانة سورية ونمور ليبية مفترسة

Orient-News.net  منظمة ألمانية تدعم اللاجئين عبر النمور المفترسة!

ChamTimes.com  تعاطفاً مع اللاجئين.. مي سكاف سترمى “قربان” لنمور مفترسة

nafeza2world.com  إلغاء رحلة جوية لنقل لاجئين إلى ألمانيا بسبب فعالية فنية ضد سياسة استقبال اللاجئين



Andere Sprachen

Pressenza  Il Centro per la Bellezza Politica: arte, creatività e diritti umani

El Pais  Tigres en Berlín para “devorar” refugiados

il Giornale  A Berlino spunta un'arena con le tigri per "mangiare" i rifugiati

SputnikBR  'Devorar refugiados': grupo realiza ação polêmica em Berlim

information.dk  Vil du spises af en tiger?

Life.ru  В Берлине беженцев обещают скормить тиграм

riafan.ru  Беженцев в Берлине отдадут на съедение тиграм

vladtime.ru  В Берлине активисты пообещали скормить беженцев тиграм



  • "Kann es sein, dass in Berlin, einer Stadt mit mehr Theatern als irgendeine Stadt in Deutschland, eine Stadt, in der seit Jahrzehnten die unterschiedlichsten Formen politischer Ästhetik praktiziert werden, der Leiter des Straßen- und Grünflächenamtes darüber bestimmt, was Kunst ist? Kann es sein, dass hier dekretieren kann, dass wer von „Flüchtlingen“ redet, automatisch nichts als politische Agitation betreibt?"

    Berliner Zeitung
  • "Mit "Flüchtlinge fressen" piekst das Künstlerkollektiv "Zentrum für politische Schönheit" derzeit Berlin ins Gewissen: Sie lässt Tiger im Zentrum rumspazieren, spannt den Bundestag ein und blamiert den Senat."

    ZDF heute
  • "Die Grenzen sind aufgelöst, und was radikal daherkommt, wie die Versuchsanordnung mit großen Raubkatzen, rutscht leicht ins Banale ab. (...) Nichts ist passiert. Und natürlich flog auch keine Chartermaschine aus der Türkei nach Berlin, mit 100 Flüchtlingen an Bord, die keine Papiere haben. Alles Schwindel, falscher Alarm. Am Ende der logistisch beeindruckenden Darbietung stand eine Ente. Eine Tiger-Ente."

    Tagesspiegel
  • "Rechnet noch jemand damit, dass Präsident Gauck ein Machtwort gegen die Flüchtlingspolitik der Bundesrepublik spricht, im Namen der Menschlichkeit? Eher nicht. Sein Porträt hängt zu Recht im Tigerkäfig."

    taz
  • "Das Innenministerium teilt mit, dass es sich bei der Aktion um eine 'geschmacklose Inszenierung auf dem Rücken von Schutzbedürftigen' handele. Das finde ich auch. Mit welchem Recht behauptet der Innenminister, dass 70 % der Flüchtlinge unter 40 Jahren vor einer Abschiebung als krank und nicht transportfähig erklärt werden? Diese Zahl ist, so hat sich herausgestellt, erstunken und erlogen. Oder anders formuliert: eine geschmacklose Inszenierung auf dem Rücken von Schutzbedürftigen."

    Mely Kiyak
  • "Das Zentrum für politische Schönheit will uns klarmachen, dass dieses Gesetz Menschen tötet, dass wir dieses Gesetz abschaffen müssen, wenn wir aufhören wollen, Mörder zu sein. (...) 'Flüchtlinge fressen' ist Theater. Wir können aufatmen. Wenn jetzt noch der § 66 Abs. 3 gekippt wird, gehen wir alle feiern."

    Berliner Zeitung
  • "Auch wenn es richtig ist, den Ball nun an das Publikum zurückzuspielen – jene, die dem Sterben im Mittelmeer zuschauen, ohne selbst davon betroffen zu sein, bleibt unklar, wer zukünftig wo welche Verantwortung übernehmen soll. Die Bundesregierung hat sie erneut abgelehnt."

    Der Freitag
  • "Am 28. Juni sollte ein Flugzeug von Berlin-Tegel nach Antalya in der Türkei fliegen, um von dort syrische Flüchtlinge nach Berlin zu bringen. Sie sollten keine Ausweispapiere vorzeigen müssen. Der Transport hätte also gegen den Paragrafen 63 des Aufenthaltsgesetzes verstoßen. Vor allem aber hätte er gezeigt, dass die Toten im Mittelmeer nicht Opfer der See, nicht Opfer verbrecherischer Schlepperunternehmer sind, sondern dass eine EU-Richtlinie dafür sorgt, dass sie den Banden und der Natur zum Fraße vorgeworfen werden

    Berliner Zeitung
  • "Diente der Ausgriff in die Politik also letztlich bloß der Kunst, dem intensiveren Erleben eines dramatischen Textes?

    Oder war umgekehrt die Kunst nur der Hebel, um die politischen Verhältnisse in eine bestimmte Richtung hin zu bewegen?"

    FAZ
  • "Die Drastik der Mittel ließ keinen Zweifel: alles »nur« Kunst. Und doch lancierte das ZPS die Frage nach der Universalität der Menschenrechte mit einer erfrischenden Naivität, wie sie sich Mandatsträger selten erlauben."

    Neues Deutschland
  • "Die Kunstaktion Flüchtlinge fressen hat die Praxis, die Kontrolle der Einreise von Ausländern ohne Aufenthaltstitel den Fluggesellschaften aufzubürden, in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit zurückgeholt."

    verfassungsblog.de
  • "Allein, dass es Menschen gibt, die (...) bereit sind, als Akt des Protests zu sterben, sollte deutlich machen, wie inhuman die herrschende Politik agiert - wie schuldig die Regierenden sich tagtäglich machen."

    FM4.ORF.at
  • "Es ging einzig darum, sich des strafrechtlich relevanten Vorwurfes der Beihilfe zum mehrfachen Suizid schuldig zu machen. Kommende Historiker werden nämlich irgendwann feststellen, dass dies exakt wiedergibt, wie wir uns des Mittelmeeres bedienten: wir machen uns alle der massenhaften Beihilfe zum Suizid schuldig. Es gibt ein Gesetz, das Menschen in tiefster Not verbietet, die einfachsten Transportmittel zu benutzen, um in Sicherheit zu gelangen."

    Tagesspiegel
  • "Es liegt jetzt an uns: Verharren wir in der Abwehr oder lassen wir uns ein auf den Gedankenweg, auf den diese künstlerischen Aktivisten uns führen wollen. Sagen wir: Die Aktion ist zynisch! Oder sagen wir: Die Realität unserer Gesetze, die es keinem Flüchtlinge ermöglicht, ohne Aufenthaltsvisum in ein Flugzeug zu steigen, sondern sich auf den todbringenden Weg über das Mittelmeer zu begeben, diese Realität ist zynisch."

    Berliner Zeitung
  • "Mental stecke ich wohl noch im Tigerkäfig fest und schüttele den Kopf. Weil: Ich habe die ganze Aufregung um die simple und auf Effekt getrimmte Protestaktion nicht verstanden. Hauptsache Erregungswellen in den alten und neuen Medien erzeugen. Okay, über Geschmack lässt sich angeblich nicht streiten, aber ich fand 'Flüchtlinge fressen' einfach überflüssig. Die Performance war mir nicht radikal genug. Sie hat niemand wirklich wehgetan. Wie auch? War ja klar, dass da kein Mensch wirklich gefressen werden würde."

    taz
  • "Was soll das sein? Ohnmacht, Wut, totale Verzweiflung? Die zynisch-barbarische Verkehrung unserer barbarisch-zynischen Wirklichkeit? Das Problem der ZPS-Ästhetik ist, dass man ihr erst glauben kann, wenn etwas passiert und die Tiger einem Flüchtling öffentlich den Kopf abbeißen. Dann herrschten in Deutschland tatsächlich Verhältnisse wie im alten Rom oder zumindest wie in Zeiten der RAF. Das will niemand. Und so wird es bis auf Weiteres beim symbolischen Kunst-Geplänkel bleiben, Flüchtlinge hin oder her."

    Die Zeit
  • "Hat irgend jemand ernsthaft geglaubt, dass Menschen in den Tigerkäfig am Gorki Theater gehen, um sich für eine Kunstaktion zerreißen zu lassen? War das überhaupt Kunst, was das Zentrum für politische Schönheit unter dem Motto „Flüchtlinge fressen – Not und Spiele“ zwei Wochen lang in Berlin aufgeführt hat?"

    Tagesspiegel
  • "Ein Touch von Weltuntergang liegt über allem. Am Tigerkäfig läuft der Countdown. So entsteht ein Szenario der Dringlichkeit, das kein Argument, kein Zögern, keinen Widerspruch zulässt. Und das suggeriert, man stehe an einem historischen Scheideweg und müsse wählen. Eine rhetorische Taktik, die übrigens auch der 'Islamische Staat' gern benutzt. Der aggressive Humanismus der Aktionskünstler zeigt hier seine totalitäre Seite."

    Süddeutsche Zeitung
  • "Das Zentrum für politische Schönheit doppelt mit seinem zirzensischen Zynismus eine zynische Politik, surft auf einer medialen Erregungswelle, verschwindet schließlich in ihren Wirbeln. Für die Sichtbarkeit und Verstehbarkeit der Welt, vielleicht für deren Veränderung, kann sie nichts ausrichten."

    Deutschlandfunk
  • "Würden da die Forderungen des Zentrums für Politische Schönheit eins zu eins umgesetzt, da würden wir Flüchtlingszahlen bekommen, die alles, was wir bisher gesehen haben, weit in den Schatten stellen. Wie weit Europa dann vermutlich noch nach rechts rücken würde, das mag man sich kaum ausmalen (...) eigentlich wäre eine vernünftige Analyse wichtig: wie viele Flüchtlinge kann eine Gesellschaft aufnehmen, ohne an die eigenen Grenzen zu kommen, ohne die eigene gesellschaftliche Stabilität auf’s Spiel setzten zu müssen?"

    Michael Hoelzen, Radio eins
  • "Es scheint, als habe das Zentrum mit ihrer kontroversen Aktion schon jetzt deutlich mehr Medienaufmerksamkeit bekommen, als sie mit einer einfachen Demonstration erreicht hätten. Für das Anprangern politischer Missstände scheint die Gruppe in der Kunst ein geeignetes Mittel gefunden zu haben."

    ze.tt