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1 Gedicht / Tag

In Deutschland gelang uns pünktlich zum 60. Feiertag der Bundesrepublik das Kunststück, für das Rezitieren eines Gedichtes verhaftet zu werden: Am Rande der Bundesversammlung veranstaltet das ZPS eine Aubade auf den Bundespräsidenten mit dem bezeichnenden Nachnamen. Danach heißt es vor laufenden Kameras (Spiegel TV, n-tv, RTL aktuell): Festnahme! Das rezitierte Gedicht An die Schönheit von Ernst Stadler enthielt laut LKA Berlin „meinungsäussernde Inhalte“.

Im Bild oben: Nina van Bergen mit einem Geschenk für den damaligen Bundespräsidenten Horst Köhler: „Der Lichtblick“

„Gedichte machen Menschen besser. Die Deutschen nehmen gerne Vitamintabletten. Aber der Wirkung von Gedichten, die den Zustand der Seele tatsächlich verbessern können, misstrauen sie.“

Zentrum für Politische Schönheit

An die Schönheit

Das gefährlichste Gedicht der Republik: An die Schönheit des Expressionisten Ernst Stadler (1904)

Die Strafanzeige – Anstreichungen nicht von uns

Presse

Die Zeitkapsel-Versuche

In den Vorstudien für das Zentrum für Politische Schönheit ging es um die Antriebe der Menschen. Wie groß, wie bedeutend ist das, was diese Gesellschaft will? Alle Menschen haben Ziele. Aber sind sie auch groß genug? Sind sie schön? Tragen sie weit genug? Wohin sind wir aufgebrochen?

Um zu verstehen, wo Deutschland steht, haben wir 2009 intensiv die Menschen auf den Strassen befragt, wonach sie streben, was sie antreibt und quält. Das Ergebnis haben wir in einer Zeitkapsel auf Youtube verschlossen. Wir hoffen, dass forensische Digitalhistoriker am Ende des Jahrhunderts diese Dokumente wieder ausgraben werden. Denn die genozidalen Super-GAUs des 21. Jahrhunderts werden notwendig die Frage aufwerfen, womit diejenigen, die sie hätten verhindern können, beschäftigt waren.

Die Vorstudien sind ein Beweisstück dafür, wie es stand um das politische Wollen der Menschen, die im Aufbruch des 21. Jahrhunderts gelebt haben. Sie wurden gedreht, um einen Schlüssel im Verständnis dieser, unserer Zeit – mitsamt ihrer Willenlosigkeit und Indifferenz – zu liefern. Die Aufnahmen sollten nicht diffamieren. Wo wir Visionen und Streben vorfanden, lagerten wir sie mit ein. Nicht selten waren die Dokumente jedoch von einer schrillen Rat- und Visionslosigkeit. Die Vorstudien konservieren die Temperatur unserer Antriebe als Mahnung für alle kommenden Zeiten.

Die Vorstudien sind auch Schulungsvideos für die Mitglieder des ZPS. Wer sie durchsteht, ist nicht selten von der politischen Dringlichkeit von Größe und Schönheit überzeugt.

Das Forum der verlorenen Hoffnungen

Das Zentrum für Politische Schönheit errichtete im Wahlkampf 2009 ein imaginäres Bergwerk vor dem Kanzleramt, um die unterdrückten Hoffnungen, Wünsche und Ziele Deutschlands abzubauen. Gefordert waren vor allem Flüchtlinge, Folteropfer und Künstler. Ein Aufruf erging dazu an über 1.000 humanitäre Hilfsorganisationen und kulturelle Institutionen im ganzen Land (Flüchtlingswerke, Literaturwerkstätten, Galerien, Verlage, Vereine, Stiftungen). Wo die Politik versagte, mussten die Künste einspringen und betreiben, was einer echten politischen Willensbildung vorangeht: Sehnsuchtsbildung. – An unbewältigten und nie umgesetzten Sehnsüchten leiden und erkranken heute mehr Menschen als an Schwermetallen oder atomaren Endlagern.

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